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SO 23.08. | 18.00 Uhr INGEBORG BACHMANN – JEMAND, DER EINMAL ICH WARvon REGINA SCHILLING / Deutschland 2026 | 97 Min. | Deutsch
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Zum 100. Geburtstag von Ingeborg Bachmann gelingt Regina Schilling eine so sinnliche wie intellektuelle Annäherung an eine der bedeutendsten Schriftstellerinnen des 20. Jahrhunderts.
In einer poetischen Spurensuche lässt Regisseurin Regina Schilling das Publikum am Entstehen von Kunst teilhaben: Durch die kraftvolle Interpretation von Sandra Hüller und meisterhafte Archivmontagen wird Bachmanns Sprachgewalt im Kino unmittelbar erfahrbar.
Der Film durchmisst die zentralen Lebensphasen der Autorin – von der Kriegskindheit in Kärnten, dem Aufstieg zum Star der Gruppe 47 bis zu den letzten Tagen in Rom. Der Weg ist gezeichnet von ihren komplizierten Beziehungen zu Paul Celan, Hans Werner Henze und Max Frisch und einem unnachgiebigen Ringen um eine eigene, radikale Sprache zwischen öffentlichem Ruhm und existenziellen Krisen.
INGEBORG BACHMANN – JEMAND, DER EINMAL ICH WAR ist ein filmisches Porträt, das die Zerbrechlichkeit und Kraft einer Künstlerin feiert, die sich jeder Vereinnahmung entzog und deren Werk bis heute eine visionäre Wucht besitzt.
«Wir sagen das nicht, weil wir eine Sache oder einen Vorfall äusserlich wahrgenommen haben, sondern weil wir begreifen, was wir doch nicht sehen können. Und das sollte die Kunst zu Wege bringen, dass uns in diesem Sinn die Augen aufgehen. Die Wahrheit nämlich ist dem Menschen zumutbar.» Ingeborg Bachmann | aus: Dankesrede zur Verleihung des Hörspielpreises der Kriegsblinden, 1959
«Ich habe einen Grad von Denkenmüssen erreicht, an dem Denken nicht mehr möglich ist.» Ingeborg Bachmann | aus: „Malina“, 1971 «Ich selbst bin ein Mensch, der nie resigniert hat, überhaupt nie resigniert ist, sich das gar nicht vorstellen kann.» Ingeborg Bachmann | aus: Interview mit dem Bayerischen Rundfunk, 1972
«Ich existiere nur, wenn ich schreibe. Ich bin nicht, wenn nicht ich schreibe. Bin mir vollkommen fremd, aus mir herausgefallen, wenn ich nicht schreibe.» Ingeborg Bachmann | aus: Dankesrede für den Anton-Wildgans-Preis, 1972
«Lesen ist ein Laster, das alle anderen Laster ersetzen kann oder zuweilen an ihrer Stelle intensiver allen zum Leben verhilft, es ist eine Ausschweifung, eine verzehrende Sucht. Nein, ich nehme keine Drogen, ich nehme Bücher zu mir, Präferenzen habe ich freilich auch, viele Bücher bekommen mir nicht, einige nehme ich nur am Vormittag ein, andere nur in der Nacht, es gibt Bücher, die ich nicht loslasse, ich ziehe herum in der Wohnung mit ihnen, trage sie vom Wohnzimmer in die Küche, ich lese stehend im Korridor …» Aus dem Roman Malina
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